Lulu - Die Büchse der Pandora

D 1929 (9.2.1929) s/w 131min

Regie: G. W. Pabst

Buch: Ladislaus Vajda nach den Dramen »Erdgeist« und »Die Büchse der Pandora« von Frank Wedekind

Kamera: Günther Krampf

Darsteller: Louise Brooks (Lulu), Fritz Kortner (Doktor Schön), Franz Le­derer (Aiwa Schön), Gustav Diessl (Jack the Ripper), Siegfried Arno (Abendregisseur), Carl Goetz (Schigolch)

Die schöne Lulu ist die Geliebte des Doktor Schön, eines gesetzteren, reichen Mannes, der ihr eine Wohnung zur Verfügung gestellt hat. Als Schigolch dort auftaucht, ein abgerissener alter Mann und Trinker, den Lulu einmal als ihren Vater ausgibt, bestärkt dies Doktor Schön in seinem Entschluß, sich von Lulu zu trennen. Er will eine wohlerzogene junge Frau heiraten. Doch seine Versuche, die Geliebte loszuwerden, scheitern, selbst als er sie in der Theaterrevue auftreten läßt, die sein Sohn Aiwa mit seinem Geld produziert.

Lulu gewinnt ihn zurück und verschreckt die Konkurrentin. Bei der Hochzeit von Doktor Schön und Lulu kann Aiwa seine Liebe zur künftigen Stiefmutter nicht bezähmen, Doktor Schön greift zum äußersten - bevor Lulu ihn ruiniere, solle sie sich selbst erschießen. Doch vermutlich aus Versehen trifft die Kugel ihn. Sterbend warnt er seinen Sohn davor, die verderbliche Nähe dieser Frau zu suchen. Beim Gerichtsverfahren kann die schwarzverschleierte Lulu selbst den Staatsanwalt, der grimmig entschlossen für ein Todesurteil plädiert, einen Moment lang bezaubern. Sie wird von Schigolch und seinen Gesellen befreit, kehrt vorübergehend in die Wohnung des Doktor Schön zurück, um sich bei der Lektüre von Modezeitschriften zu entspannen. Mit Aiwa tritt sie die Flucht an. Im Zug werden sie Opfer eines Erpressers, der die Flüchtige erkennt. Er lotst beide in einen Spielsalon auf einem Schiff, das in einem französischen Hafen zu liegen scheint. Dort fließt dem jungen Aiwa das verbleibende Kapital am Spieltisch durch die Hände.

Die sich nach Lulu sehnsüchtig verzehrende Gräfin Geschwitz opfert sich und rettet Lulu, Aiwa und Schigolch. Man sieht alle drei wieder in einer ärmlichen Dachwohnung in London, durch deren zerbrochene Fenster der kalte Nebel hereinwallt. Es ist kurz vor Weihnachten. Lulu, in der Not, holt sich einen Freier. Mit dem auffällig gut aussehenden Jack the Ripper, den sie nichtsahnend die Treppen hinauflockt, entsteht eine merkwürdig trauliche Szene. Sie setzt sich auf seinen Schoß und umarmt ihn. Da überkommt Jack die alte Besessenheit und er ersticht Lulu, auf schockierend sanfte Weise stirbt sie. Der enttäuschte Aiwa kehrt nicht in die Wohnung zurück, in der er Lulu noch lebend vermuten muß, sondern verliert sich im Nebel der Gassen von Soho, Schigolch feiert Weihnachten in einem lärmigen Lokal.

Quelle: Reklam Filmklassiker

Die Band

Die Gründung des JazzComponium wurde von der französischen Région Haute-Normandie und dem Land Niedersachsen unterstützt und ist eine der vitalsten Partnerschaftsaktivitäten zwischen beiden Regionen. Gegründet wurde das paritätisch besetzte deutsch-französische Orchester bereits in den 90er Jahren. Für das Stummfilmprojekt Lulu hat sich Joël Drouin, künstlerischer Co-Leader der
französischen Sektion, mit dem niedersächsischen Trompeter und Orchesterleiter Prof. Bernhard Mergner zusammengetan, um JazzComponium mit exklusiver Instrumentierung neu zu formieren. Nach gemeinsamen Proben im September 2001 wurde Lulu im Januar 2002 erstmals in Canteleu und in Le Havre während des Festivals des deutschen Films vor insgesamt 1000 Zuschauern aufgeführt. Weitere Ciné-Concerts haben seitdem in Paris, Rouen, Oldenburg, Osnabrück, Hannover und Husum stattgefunden.

Die Musiker

Haute-Normadie:
Joël Drouin (Keyboards, Komposition, künstlerischer Co-Leader), Alexandre Rasse (Klavier), Bernard Cochin (Kontrabass), Laurent Meyer (Saxophon, Oboe), Luc Gosselin (Saxophon, Oboe), Franz Fenris G. (Gesang)
Niedersachsen:
Bernhard Mergner (Trompete, Flügelhorn, Komposition, künstlerischer Co-Leader), Jörn Anders (Trompete, Flügelhorn), Andreas Barkhoff (Posaune), Hans Malte Witte (Alt- und Sopransaxophon, Klarinette, Bassklarinette, Flöte), Laszlo Gulyas (Akkordeon), Thomas Hempel (Schlagzeug)